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Goldpreis fällt um 0,4 % angesichts steigender Dollar- und Treasury-Renditen

Kurzer Blick:

  • Goldpreisrückgang: Gold rutschte um 0,4 % auf 2.330,44 $ pro Unze ab, was auf einen stärkeren US-Dollar und steigende Renditen von Staatsanleihen zurückzuführen ist.
  • Auswirkungen des Dollars: Ein um 0,5 % stärkerer Dollar hat Gold für Nicht-Dollar-Besitzer weniger attraktiv gemacht, was zu seinem jüngsten Preisverfall beigetragen hat.
  • Technische Schwäche: Der RSI von Gold deutet auf einen Abwärtstrend hin, mit einem möglichen weiteren Rückgang, wenn er die 50-Tage-SMA-Unterstützung bei 2.324 $ durchbricht.

Der Goldpreis rutschte am Donnerstag zum zweiten Mal in Folge ab, da der US-Dollar und die Renditen der Staatsanleihen leicht stiegen. Diese Bewegung erfolgte im Vorfeld wichtiger Inflationsdaten, die den Zinsplan der US-Notenbank weiter klären könnten. Spot-Gold fiel um 03:11 GMT um 0,4 % auf 2.330,44 $ pro Unze, nachdem es am Mittwoch um 1 % gefallen war. Gleichzeitig fielen die US-Gold-Futures um 0,5 % auf 2.328,60 $, was auf einen Abwärtstrend hindeutet, der von außenwirtschaftlichen Faktoren angetrieben wird.

Die Auswirkungen eines stärkeren Dollars

Der Wertzuwachs des Dollars um 0,5 % hat Gold, das in Dollar bewertet wird, für Anleger, die andere Währungen verwenden, weniger attraktiv gemacht. Dieser Trend war ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Rückgang der Metallpreise. Die Benchmark-Renditen für 10-jährige US-Anleihen blieben in der Nähe der in der vorangegangenen Sitzung erreichten Mehrwochenhochs, was den Goldpreis weiter unter Druck setzte. Seit dem Erreichen eines Rekordhochs von 2.449,89 $ am 20. Mai ist der Goldpreis um mehr als 100 $ gefallen. Dieser Rückgang wurde durch restriktive Äußerungen von Vertretern der US-Notenbank und Sitzungsprotokolle verschärft, die auf einen längeren Weg zur Erreichung des Inflationsziels von 2 % hindeuten.

Gold gilt traditionell als Inflationsschutz. Steigende Zinssätze erhöhen jedoch die Opportunitätskosten für das Halten von nicht rentablen Vermögenswerten wie Gold. Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 59 % für eine Zinssenkung bis November ein, so das CME FedWatch Tool. Diese Spekulationen erhöhen die Komplexität des Goldmarktes, da die Anleger das Potenzial für eine zukünftige geldpolitische Lockerung gegen die aktuellen wirtschaftlichen Signale abwägen.

Technische Analyse: Ein rückläufiger Ausblick

Die Preisentwicklung des Goldpreises spiegelt auch technische Schwächen wider. Am Mittwoch scheiterte das Metall an der steigenden Keilunterstützung, die bei 2.372 $ zum Widerstand wurde, und drehte nach Süden. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) verlor sein bullisches Momentum, schwenkte in den rückläufigen Bereich und rief Goldverkäufer zurück. Derzeit zeigt der RSI nach unten, unter die 50er-Marke, in der Nähe von 48,00, was auf weiteres Abwärtspotenzial für die Metallpreise hindeutet.

Damit Metallverkäufer einen neuen Abwärtstrend einleiten können, müssen sie die 50-Tage-Unterstützung des Simple Moving Average (SMA) bei 2.324 $ knacken. Wenn dieses Niveau durchbrochen wird, wäre das nächste wichtige Abwärtsziel das Tief vom 3. Mai bei 2.277 $. Dieser technische Ausblick deutet darauf hin, dass Gold kurzfristig weiterhin unter Abwärtsdruck geraten könnte, insbesondere wenn die Wirtschaftsindikatoren und die Politik der US-Notenbank kein unterstützendes Umfeld bieten.

Warten auf wichtige Inflationsdaten

Die Anleger warten nun gespannt auf die am Freitag anstehenden Daten zu den US-Kernkonsumausgaben (PCE), dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank. Diese Informationen werden eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Markterwartungen über die zukünftige Richtung der Zinssätze der Federal Reserve spielen. Wenn die Inflationsdaten auf einen anhaltenden Preisdruck hindeuten, könnte dies die Argumente für die Beibehaltung höherer Zinssätze weiter untermauern und damit zusätzlichen Druck auf den Goldpreis ausüben.

Sollten die Daten hingegen eine nachlassende Inflation zeigen, könnte dies die Hoffnung auf eine expansivere Haltung der US-Notenbank wiederbeleben. Diese Änderung könnte dem Goldmarkt Erleichterung verschaffen. Die aktuelle Marktstimmung wird jedoch von einem stärkeren Dollar und hohen Renditen von Staatsanleihen geprägt. Daher könnte Gold weiterhin auf Herausforderungen stoßen.

Der Goldmarkt befindet sich derzeit in einer komplexen Landschaft, die von starken externen wirtschaftlichen Faktoren, technischen Schwächen und wichtigen bevorstehenden Datenveröffentlichungen geprägt ist. Anleger müssen wachsam bleiben und auf diese Entwicklungen reagieren, um sich effektiv auf dem volatilen Goldmarkt zurechtzufinden.



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