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EUR/USD nähert sich 1,0800 und wartet auf Zinssenkungsentscheidungen der EZB

Kurzer Blick:

  • Das EUR/USD-Paar bewegt sich knapp unter 1,0800, beeinflusst von den erwarteten Zinssenkungen der EZB ab Juni;
  • Unterschiedliche Ansichten innerhalb der EZB über das Tempo künftiger Zinssenkungen, die die Besorgnis über ein Wiederaufleben der Inflation widerspiegeln;
  • Die US-VPI-Daten der nächsten Woche könnten für die EUR/USD-Richtung entscheidend sein, da die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten auf eine mögliche Verlangsamung hindeuten.

In den jüngsten Entwicklungen auf dem Devisenmarkt bleibt das EUR/USD-Währungspaar in der europäischen Handelssitzung am Freitag knapp unter der entscheidenden Marke von 1,0800. Diese Stagnation kommt nach einer bemerkenswerten Erholung von einem Tief von 1,0725. Derzeit behauptet sich der Euro. Sie wird durch den Marktkonsens gestützt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinssenkungszyklus ab Juni beginnen wird.

Abteilungen innerhalb der EZB

Die Entscheidung, im nächsten Monat Zinssenkungen einzuleiten, wird weitgehend akzeptiert. Die politischen Entscheidungsträger der EZB sind sich jedoch uneins, ob sie diesen Lockerungszyklus über den Juni hinaus fortsetzen sollen. Die unterschiedlichen Ansichten betreffen in erster Linie das mögliche Wiederaufleben des Inflationsdrucks. In einem Interview mit einem griechischen Medienunternehmen äußerte sich Yannis Stournaras, der politische Entscheidungsträger der EZB und Gouverneur der Bank von Griechenland, optimistisch über die europäische Wirtschaft. Unter Berufung auf die Outperformance des Wachstums im ersten Quartal rechnete er mit bis zu drei Zinssenkungen innerhalb des Jahres, einschließlich einer möglichen Senkung bereits im Juli. Darüber hinaus wuchs das BIP der Eurozone im Quartal Januar-März um 0,3 %. Damit wurde die bescheidene Wachstumsprognose von 0,1 % übertroffen und signalisiert eine robustere wirtschaftliche Erholung als erwartet.

Im Gegensatz dazu plädiert Robert Holzmann, Mitglied des EZB-Rats und Gouverneur der österreichischen Notenbank, für einen maßvolleren Ansatz. Anfang dieser Woche äußerte Holzmann Vorbehalte gegen eine „zu schnelle oder zu starke Senkung“ der Leitzinsen und betonte das empfindliche Gleichgewicht, das die politischen Entscheidungsträger aufrechterhalten müssen, um die wirtschaftliche Stabilität zu fördern, ohne die Inflation wieder anzuheizen.

Eine entscheidende Woche für EUR/USD

Die Entwicklung des EUR/USD-Paares bleibt ungewiss und hängt stark von den bevorstehenden Wirtschaftsdaten ab. Da es in dieser Woche keine signifikanten Tier-1-Daten aus der Eurozone oder den Vereinigten Staaten gab, spiegelten die Bewegungen des Währungspaares weitgehend die allgemeine Marktstimmung wider. Dies könnte sich jedoch mit der Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (VPI) für April, der für nächsten Mittwoch geplant ist, dramatisch ändern. Diese wichtigen Inflationsdaten könnten die kurzfristige Richtung des Paares entscheidend beeinflussen.

Die technische Analyse schlägt zwei mögliche Pfade für EUR/USD vor. Es könnte zu einem Abschwung kommen, wenn die Bullen den Widerstand bei 1,0800 nicht durchbrechen. Alternativ könnte ein Durchbruch und Schlusskurs über diesem Niveau eine bullische Trendverlängerung bestätigen. Unterdessen fügen die jüngsten US-Beschäftigungsdaten eine weitere Ebene der Komplexität hinzu. Der Anstieg der wöchentlichen Arbeitslosenanträge auf ein Achtmonatshoch, gepaart mit einem kühler als erwarteten April-Arbeitsmarktbericht außerhalb der Landwirtschaft, deutet auf eine mögliche Verlangsamung des US-Arbeitsmarktes hin. Folglich könnte dies die politischen Entscheidungen der Federal Reserve in Zukunft beeinflussen.

Das EUR/USD-Paar steht an einem Scheideweg, mit kritischen Wirtschaftsindikatoren am Horizont, die in der Lage sind, die Bühne für seine nächste große Bewegung zu bereiten. Anleger und Händler sollten sich auf eine potenziell volatile Woche einstellen, wenn sich diese wichtigen Datenpunkte entfalten.



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